Softgainer Trainingsplan für Muskelaufbau ohne unnötiges Fett

Eugen Vetter .

18. April 2026

Trainingspläne für einen Softgainer: "Get Fit Challenge" und "Let's Shred Challenge" mit täglichen Workouts und Ruhetagen.
Wer trotz regelmäßigem Training kräftiger wird, aber gleichzeitig schnell Fett an Bauch, Hüfte oder Brust ansetzt, braucht keinen radikalen Spezialplan. Ein sinnvoller Softgainer Trainingsplan verbindet progressives Krafttraining mit kontrollierter Ernährung, etwas Ausdauer und ausreichend Erholung. Ich zeige dir einen konkreten Wochenplan, erkläre die wichtigsten Stellschrauben und sage auch, welche typischen Versprechen du getrost vergessen kannst.

Mit diesen Grundsätzen wird der Trainingsplan alltagstauglich

  • 3 Krafttrainingseinheiten pro Woche reichen für Einsteiger und Wiedereinsteiger völlig aus.
  • Trainiere jede große Muskelgruppe mit ungefähr 8 bis 12 anstrengenden Sätzen pro Woche.
  • Lass bei den meisten Sätzen 1 bis 3 Wiederholungen im Tank, statt ständig bis zum Muskelversagen zu gehen.
  • Ein kleiner Kalorienüberschuss oder eine moderate Kalorienreduktion ist sinnvoller als eine aggressive Masse- oder Diätphase.
  • 2 lockere Cardioeinheiten und regelmäßige Schritte unterstützen Kondition und Energieverbrauch, ohne den Muskelaufbau zu sabotieren.

Was ein guter Softgainer Trainingsplan leisten muss

Der Begriff Softgainer beschreibt meist Menschen mit eher kräftigem Körperbau, guter Kraftentwicklung und einer Tendenz, bei zu vielen Kalorien schnell Körperfett aufzubauen. Das kann eine nützliche Alltagsschublade sein, ist aber kein wissenschaftlich festgelegter Stoffwechseltyp. Entscheidend sind deine aktuellen Körperdaten, dein Trainingsstand, deine Ernährung und deine Reaktion auf Belastung.

Ich würde deshalb nicht versuchen, einen angeblich langsamen Stoffwechsel mit endlosen Intervalltrainings zu „reparieren“. Der größte Unterschied entsteht durch messbare Progression im Krafttraining. Du setzt einen Trainingsreiz, erholst dich davon und erhöhst anschließend langsam das Gewicht, die Wiederholungszahl oder die technische Qualität.

Für Anfänger ist ein Ganzkörperplan an drei Tagen pro Woche besonders praktisch. Fortgeschrittene können auf vier Einheiten im Oberkörper-Unterkörper-System wechseln. Beide Varianten funktionieren, solange jede Muskelgruppe regelmäßig belastet wird und du nicht mehr Volumen sammelst, als du regenerieren kannst. Auch das American College of Sports Medicine betont in seinen aktuellen Empfehlungen, dass Regelmäßigkeit und ausreichende Anstrengung wichtiger sind als komplizierte Methoden.

Die wichtigsten Trainingsparameter

  • Frequenz: drei Krafttrainingstage pro Woche, später optional vier.
  • Wiederholungen: meist 6 bis 12 bei Grundübungen, 10 bis 20 bei Isolationsübungen.
  • Sätze: zwei bis vier Arbeitssätze pro Übung.
  • Pausen: zwei bis drei Minuten bei schweren Grundübungen, 60 bis 90 Sekunden bei kleineren Übungen.
  • Intensität: meistens ein bis drei Wiederholungen vor dem technischen Muskelversagen.

„RIR“ steht für „Reps in Reserve“ und beschreibt die Wiederholungen, die du theoretisch noch sauber schaffen würdest. Ein Satz mit RIR 2 endet also, obwohl noch ungefähr zwei technisch gute Wiederholungen möglich wären. Diese Steuerung ist für viele Softgainer sinnvoller als permanentes Training bis zum Versagen, weil sie Leistung und Erholung besser zusammenhält.

[search_image] Ganzkörper Krafttraining im Fitnessstudio Langhantel Kniebeuge Bankdrücken Rudern

Ein konkreter Ganzkörperplan für drei Trainingstage

Der folgende Plan eignet sich für Anfänger, Wiedereinsteiger und alle, die drei feste Termine pro Woche unterbringen können. Trainiere beispielsweise montags, mittwochs und freitags. Zwischen den Einheiten liegt genug Abstand, damit sich die beanspruchten Muskeln und Gelenke erholen können.

Training A

Übung Sätze Wiederholungen Pause
Kniebeuge oder Beinpresse 3 6-10 2-3 Minuten
Bankdrücken oder Brustpresse 3 6-10 2-3 Minuten
Kabelrudern oder Langhantelrudern 3 8-12 2 Minuten
Rumänisches Kreuzheben 2 8-12 2 Minuten
Seitheben 2 12-20 60-90 Sekunden
Plank 3 30-60 Sekunden 60 Sekunden

Training B

Übung Sätze Wiederholungen Pause
Kreuzheben mit moderatem Gewicht oder Hip Thrust 3 5-8 2-3 Minuten
Schulterdrücken 3 6-10 2 Minuten
Klimmzug oder Latzug 3 8-12 2 Minuten
Bulgarische Kniebeuge 2 8-12 je Seite 2 Minuten
Beinbeuger 2 10-15 90 Sekunden
Dead Bug 3 8-12 je Seite 60 Sekunden

Die Woche kann so aussehen: Montag Training A, Mittwoch Training B und Freitag wieder Training A. In der folgenden Woche beginnst du mit B. Damit werden alle Übungen gleichmäßig berücksichtigt, ohne dass du einen komplizierten Vierer-Split führen musst.

Vor jeder Einheit genügen fünf bis zehn Minuten allgemeines Aufwärmen und zwei bis vier leichte Vorbereitungssätze für die erste schwere Übung. Dynamische Bewegungen und ein paar kontrollierte Wiederholungen sind hilfreicher als langes statisches Dehnen direkt vor dem Krafttraining.

Die Variante für vier Trainingstage

Wer mindestens sechs Monate konstant trainiert und vier Termine pro Woche zuverlässig einhalten kann, kann auf Oberkörper und Unterkörper aufteilen. Ein möglicher Rhythmus ist Montag Oberkörper, Dienstag Unterkörper, Donnerstag Oberkörper und Freitag Unterkörper. Pro Einheit reichen fünf bis sechs Übungen.

Tag Schwerpunkte Beispielübungen
Oberkörper 1 Brust und Rücken Bankdrücken, Rudern, Schulterdrücken, Latzug, Seitheben
Unterkörper 1 Quadrizeps und Gesäß Kniebeuge, Beinpresse, Ausfallschritte, Beinbeuger, Wadenheben
Oberkörper 2 Rücken und Schultern Klimmzüge, Schrägbankdrücken, Kabelrudern, Face Pulls, Arme
Unterkörper 2 Beinrückseite und Rumpf Rumänisches Kreuzheben, Hip Thrust, Frontkniebeuge, Beinbeuger, Bauchübung

Mehr Trainingstage bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse. In meiner Erfahrung scheitert der typische Softgainer seltener an zu wenig Einsatz als an einem Plan, der ständig die Erholung überzieht. Vier gute Einheiten schlagen sechs halbherzige Workouts, wenn Schlaf, Ernährung oder Alltag bereits an der Grenze laufen.

So steigerst du Gewicht und Trainingsvolumen richtig

Der Plan funktioniert nur, wenn du deine Leistung dokumentierst. Notiere Übung, Gewicht, Wiederholungen und subjektive Anstrengung. Ohne Trainingsprotokoll fühlt sich jede Einheit zwar produktiv an, aber du erkennst kaum, ob du tatsächlich stärker wirst.

Nutze am besten eine einfache Doppelprogression. Bleib zunächst in einem Bereich von beispielsweise 8 bis 12 Wiederholungen. Sobald du in allen Arbeitssätzen 12 saubere Wiederholungen mit ungefähr RIR 1 bis 2 erreichst, erhöhst du das Gewicht um etwa 2,5 bis 5 Prozent und beginnst wieder am unteren Ende des Bereichs.

Situation Anpassung
Du erreichst die obere Wiederholungszahl mit sauberer Technik Gewicht leicht erhöhen
Du bleibst zwei Wochen unter der unteren Wiederholungszahl Gewicht um 5 bis 10 Prozent reduzieren und Technik prüfen
Leistung stagniert, Schlaf und Ernährung sind gut Pro Muskelgruppe einen zusätzlichen Satz testen
Gelenkschmerzen oder anhaltende Müdigkeit treten auf Belastung reduzieren, Übung anpassen und Ursache klären

Nach sechs bis acht Wochen kann eine leichtere Woche sinnvoll sein. Dabei reduzierst du das Gewicht oder die Satzzahl um ungefähr 30 bis 40 Prozent. Das ist kein Rückschritt, sondern eine Möglichkeit, Ermüdung abzubauen und danach wieder konzentriert zu trainieren.

Muskelversagen setze ich gezielt und sparsam ein. Bei Maschinen oder sicheren Isolationsübungen kann der letzte Satz gelegentlich bis nahe ans Versagen gehen. Bei Kniebeugen, Kreuzheben oder schwerem freien Rudern ist technische Kontrolle wichtiger als die letzte erzwungene Wiederholung.

Ernährung und Cardio für Muskelaufbau ohne unnötiges Fett

Der Trainingsplan kann keine Ernährung ausgleichen, die jeden Fortschritt verdeckt. Wer deutlich Fett verlieren möchte, startet mit einem moderaten Defizit von ungefähr 300 bis 500 Kilokalorien pro Tag. Wer bereits relativ schlank ist und Muskulatur aufbauen will, fährt mit einem kleinen Überschuss von etwa 100 bis 250 Kilokalorien meist besser.

Eine gleichzeitige Verbesserung von Muskelmasse und Körperfett ist vor allem bei Anfängern, Wiedereinsteigern und Menschen mit höherem Körperfettanteil realistisch. Ich würde dabei nicht jede Woche zwischen Masse- und Diätphase wechseln. Beobachte lieber vier Wochen lang Gewicht, Taillenumfang, Fotos und Trainingsleistung, bevor du die Kalorien veränderst.

Protein, Kohlenhydrate und Mahlzeiten

Für die meisten Kraftsportler ist eine tägliche Proteinzufuhr von ungefähr 1,6 bis 2,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ein sinnvoller Zielbereich. Bei 80 Kilogramm Körpergewicht wären das etwa 128 bis 176 Gramm Protein pro Tag. Gute Quellen sind Magerquark, Skyr, Eier, Fisch, Fleisch, Tofu, Hülsenfrüchte und proteinreiche Milchprodukte.

Verteile das Protein auf drei bis fünf Mahlzeiten. Kohlenhydrate rund um das Training können Leistung und Erholung unterstützen, während Gemüse, Obst und ausreichend Ballaststoffe die Sättigung verbessern. Für Softgainer ist die Qualität der Lebensmittel nicht der einzige Punkt, aber kaloriendichte Snacks machen die Kontrolle unnötig schwer.

Cardio sollte das Krafttraining ergänzen, nicht ersetzen. Zwei Einheiten von jeweils 20 bis 30 Minuten bei moderater Intensität sind ein guter Start. Zusätzlich helfen 7.000 bis 10.000 Schritte pro Tag, den Energieverbrauch gleichmäßiger zu halten, ohne die Beine durch tägliche harte Intervalle zu erschöpfen.

HIIT kann sinnvoll sein, wenn du es magst und gut verträgst. Es ist aber kein magischer Nachbrenneffekt und kein Pflichtbestandteil. Für viele Menschen sind zügiges Gehen, Radfahren oder lockeres Joggen die bessere Wahl, weil sie leichter regelmäßig durchzuhalten sind.

Diese Fehler bremsen den Fortschritt am häufigsten

Zu viel Cardio und zu wenig Krafttraining

Wer Fett reduzieren möchte, erhöht oft sofort die Ausdauer und kürzt gleichzeitig die Gewichte. Dadurch sinkt der Trainingsreiz, obwohl gerade der Muskel erhalten bleiben soll. Krafttraining bleibt die Basis, während Cardio nur so viel Umfang bekommt, wie du regenerieren kannst.

Jede Woche ein neuer Plan

Neue Übungen fühlen sich motivierend an, machen aber Fortschritte schwer messbar. Bleib bei den Hauptübungen mindestens sechs bis acht Wochen, bevor du sie austauschst. Eine Änderung ist sinnvoll, wenn eine Übung Schmerzen verursacht, technisch nicht zu dir passt oder trotz Anpassungen dauerhaft stagniert.

Zu großer Kalorienüberschuss

Der Satz „mehr essen, um Muskeln aufzubauen“ wird häufig mit „so viel essen wie möglich“ verwechselt. Ein hoher Überschuss beschleunigt den Fettaufbau deutlich stärker als den Muskelaufbau. Steigt dein Körpergewicht über mehrere Wochen um mehr als ungefähr 0,25 bis 0,5 Prozent pro Woche, reduziere die Kalorien leicht.

Unsaubere Wiederholungen

Schwung, verkürzte Bewegungswege und hektisches Training lassen das verwendete Gewicht größer erscheinen, verringern aber oft die tatsächliche Muskelarbeit. Eine kontrollierte Abwärtsbewegung von ungefähr zwei Sekunden und ein stabiler Bewegungsablauf sind für die meisten Übungen ausreichend. Wenn die Technik zerfällt, ist der Satz praktisch beendet.

Lesen Sie auch: Krafttraining richtig planen - Übungen, Sätze und Progression

Schlaf als Nebensache

Muskelaufbau findet nicht nur im Studio statt. Ziel sind möglichst 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht. Wenn das nicht regelmäßig gelingt, solltest du eher das Trainingsvolumen senken als noch mehr Übungen und Nahrungsergänzungsmittel einzubauen.

Dein sinnvollster Kontrollpunkt ist nicht die Waage allein

Ein guter Plan zeigt sich nicht nur an einem niedrigeren Gewicht. Miss einmal pro Woche morgens unter ähnlichen Bedingungen dein Körpergewicht und deinen Taillenumfang. Ergänze diese Daten durch ein Foto alle vier Wochen und deine wichtigsten Trainingsleistungen.

Sinkt die Taille langsam, während deine Kraft stabil bleibt oder steigt, funktioniert die Strategie wahrscheinlich. Sinkt das Gewicht sehr schnell und fallen gleichzeitig die Leistungen ab, ist das Defizit vermutlich zu groß. Steigen Gewicht und Taille deutlich, ohne dass sich die Kraft verbessert, liegt meist ein zu hoher Kalorienüberschuss oder ein fehlender Trainingsfortschritt vor.

Ich würde dem Plan mindestens acht bis zwölf Wochen geben, bevor ich ein endgültiges Urteil fälle. Der sogenannte Softgainer braucht keine Sonderbehandlung, sondern klare Belastung, eine realistische Energiebilanz und genug Geduld, damit kleine Verbesserungen sichtbar werden.

Häufig gestellte Fragen

Für Anfänger und Wiedereinsteiger reichen drei Ganzkörpereinheiten pro Woche, zum Beispiel montags, mittwochs und freitags. Fortgeschrittene können nach mindestens sechs Monaten konstantem Training auf vier Einheiten im Oberkörper-Unterkörper-System wechseln.
Trainiere jede große Muskelgruppe mit etwa 8 bis 12 anstrengenden Sätzen pro Woche. Bei Grundübungen sind meist 6 bis 12 Wiederholungen sinnvoll, bei Isolationsübungen 10 bis 20 Wiederholungen. Beende die meisten Sätze mit 1 bis 3 Wiederholungen im Tank.
Bei höherem Körperfettanteil kann ein moderates Defizit von etwa 300 bis 500 Kilokalorien pro Tag sinnvoll sein. Wer bereits relativ schlank ist, nutzt eher einen kleinen Überschuss von 100 bis 250 Kilokalorien. Als Proteinbereich gelten ungefähr 1,6 bis 2,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Zwei lockere Cardioeinheiten von jeweils 20 bis 30 Minuten sind ein guter Start. Zusätzlich unterstützen 7.000 bis 10.000 Schritte pro Tag den Energieverbrauch. HIIT ist optional und kein notwendiger Bestandteil, wenn zügiges Gehen, Radfahren oder lockeres Joggen regelmäßiger durchgehalten werden.
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Autor Eugen Vetter
Eugen Vetter
Ich bin Eugen Vetter und beschäftige mich seit 11 Jahren intensiv mit den Themen Fitness, Sportausrüstung und Mentaltraining. Meine Leidenschaft dafür entstand aus dem Wunsch, Menschen dabei zu unterstützen, ihre persönlichen Ziele im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden zu erreichen. Auf aboutfitness.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, um Ihnen dabei zu helfen, die richtige Sportausrüstung zu finden, effektive Trainingsmethoden zu verstehen und die mentale Stärke zu entwickeln, die für nachhaltigen Erfolg entscheidend ist. Ich lege Wert darauf, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und Ihnen fundierte Informationen zu liefern, die Sie direkt in Ihrem Alltag anwenden können.
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